Montag, Dezember 10, 2018

Überlebenswichtig!

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In regelmäßigen Abständen werden in der Onlineausgabe des Spiegels die neusten technischen Errungenschaften vorgestellt - so auch auch diesen Samstag:

Gadget: Der Regen...

Naja, eigentlich: Der Regenschirm - nur das eben der Schirm nicht mehr da ist. Dieser soll nämlich nunmehr durch ein Druckluftgebläse ersetzt werden, welches den Regen sozusagen wegpustet und den darunter Stehenden im Trockenen stehen lässt. Wir habern dann also nur noch einen Stab in der Hand, der am oberen Ende Luft rausströmen lässt. Also gibt es demnächst (nach dem Willen der... ähmm... Erfinder?) neben dem Stockschirm, dem Strebenschirm, dem Golfschirm, dem Anglerschirm, dem Pagodenschirm, dem Glockenschirm, dem Automatikschirm, dem was-weiß-ich-was-Schirm noch den Druckluftschirm. Wie konnte ich bisher nur ohne auskommen? Wie konnte die Welt sich bisher nur entwickeln ohne diesen tollen "Schirm"?

Nachzulesen ist dieses, garniert mit einem kleinen netten Filmchen, der die verschiedenen Ausführungen vorstellt, genau hier: http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/neuerdings-com-air-umbrella-tempescope-boogie-board-sync-a-997668.html Das Teil muss man natürlich aufladen, der Akku hält dann zwischen 15 und 30 Minuten. Über einen Ersatzakku wird nichts geschrieben, ich gehe aber fest davon aus, dass dieser im Zubehörshop absolut preiswert zu haben ist. Neben dem Akku-Rucksack, selbstredend, der den Regenmitluftwegpuster für einen längeren Spaziergang mit Saft versorgt.

Sehen wir doch mal die Vorteile:
- man kann das Teil auch einsetzen, um das bunte Laub im Herbst von den Bäumen zu pusten .. wer will schließlich 10mal im Herbst das Blätterzeugs von der Wiese rechen
- bei belaubten Waldwegen kann man sich ebenfalls freie Bahn schaffen, man hält das teil nur andersherum, die angefeuchteten Hosenbeine werden dann ja gleichzweitig trocken
- baut man noch einen Heizer ein und lässt warme Luft raus, kann man (insoforn man einen Hänger mit Akku dabei hat) auch gleich das Blitzeis auf dem Fußweg wegschmelzen
- meine Herren, folgendes Szenario: der Strom ist ausgefallen, der entsetzte Schrei der Herzensdame im Badezimmer, welche grade die Haare gefönt hat - bringt dann den Regenirgendwas und der neue Held ist auferstanden!
- die frisch aufgetragene Autopolitur kann mit Hilfe des supertollen Gadgets gleich viel schneller eintrockenen, Kabel für den Zigarettenanzünder müsste dann im Zubehörshop mit gekauft werden...
- Pssst! meine Herren baut ein U-Ventil ein, dann könnt Ihr den Damen im Marilyn-Monroe-Style die Röcke hochpusten...
- ...

Doch denken wir auch an die Nachteile:
- wo pustet die Luft bei starkem Wind hin? werd ich dann halbseitig nass?
- man braucht zwei extra Zimmer in der Wohnung: eins für die ganzen Ladestationen, die die Flut der neusten tollsten Errungenschaften so mit sich bringen, eins für das eigene Kraftwerk
- was machen wir mit den Fremdenführern, die mittels gelben Schirm die Touristenscharr um sich versammeln - sind das dann Generatoren, die bunten Rauch rauspusten oder tun es dann bunte triviale Fähnchen?
- Frau kann die Regenschirmfarbe nicht mehr passend zum Outfit abstimmen - Ahhhh!
- ...

Was machen wir jetzt mit dem europäischen Rettungsschirm? Sind wir jetzt alle drunter, unter der "Druckluft"? Oder ist er quasi gar nicht existent? Geld haben wir ja genug reingepumpt, bekommen haben wir - ja, heiße Luft, und damit sind wir wieder beim Thema.

Und? Lohnt sich nun so ein Regenmitluftwegpuster? Wie sang doch so schön Rihanna: "You can stand under my umbrella"? Tja, nach neuster Technik besteht dieser wohl nur noch aus kalter Luft, prost Mahlzeit!

Bis bald mal .. ich kauf mir jetzt schnell den Schirm, ich will ja überleben ;-)

 

Bildquelle: günther gumhold  / pixelio.de

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