Samstag, November 17, 2018

Wandertour Dresdner Heide Ludens Ruh - Königsplatz

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Wer wünscht sich nicht einen strahlend-schönen Herbsttag? Sonne, milde Temperaturen, buntgefärbtes Laub .. jup, genauso ein Tag war der 08.11.2014, Und daher - nix wir raus in den Wald!

Also, los geht´s!

Laut Wanderführer (siehe unten) eine Tour von 3,5 bis 7 km Länge, ca. 2 bis 3 Stunden, ca 60 Höhenmeter. Gut, schauen wir mal, kann ja eigentlich nicht soo kompliziert sein. Mit der Wanderkarte bewaffnet ging es los. Ein Parkplatz am Bahnhof in Dresden Klotsche war schnell gefunden. Grobplanung war: Nesselgrund, Prießnitzwasserfall, Ludens Ruh, Königsplatz, Puschquelle, Melzer-Quelle, Hochseilgarten.
Hier eine (man möge mir die stümperhafte Ausführung verzeichen) gemalte Karte:

Zunächst ging es den Nesselgrund entlang bis zum größeren Weg mit dem gelben/roten Punkt. Davor unterquert man noch 2 große Bahnbrücken mit schönen Bögen und leider auch grauenhaften Graffitis. Relativ schnell kommt man dort zum Tal, wo die Prießnitz entlangfließt. Den Wegweisern und einem Holzkrokodil folgend geht es nun zum Hochseilgarten, der allerdings in der Wintersaison geschlossen hat.
Die Anlage auf dem Gebiet des ehemaligen Waldbades war allerdings offen, man kann sich also den Parcours schon mal gut ansehen - hier erfolgt ein Eintrag auf dem inneren Notizzettel ("sollte man nächstes Jahr mal angehen"); auf der Homepade vom Kletterwald gibt es auch etliche Info`s dazu. Sieht zumindest schon mal sehr gut aus - mit der richtigen Einweisung macht es ganz bestimmt eine Menge Spaß und man kann sicher auch seine Muskeln ein paar Tage später noch spüren ;)

Hab ich schon geschrieben, dass die ganze Zeit die Sonne schien und dem Laub die typische Herbstgoldfarbe gab? Es war wirklich Natur pur, kein störendes Autogeräusch, herrlich! Zurück zum Wanderweg mit dem gelben/roten Punkt spaziert man immer schön an der Prießnitz entlang, bis man so nach ca. 250-300 m zum Hinweisschild "Prießnitzwasserfall" gelangt. Wer mag kann dort entlang zum Wasserfall gehen, wir wollten uns diesen jedoch für den Rückweg aufsparen und gingen den großen markierten Wanderweg weiter.

Der Plan war über die Andersbrücke auf die SB-Strecke zu gelangen. Wie gesagt, das war der Plan, jedoch waren wir zu .. ähmm.. dämlich, die Andersbrücke zu finden. Also sind wir kurzerhand weitergelaufen, und haben die Route für uns umgedreht. Es ging also an der Prießnitz entlang weiter, etwas bergauf, wieder bergab, sehr angenehm zu laufen, auch etliche Radfahrer haben das schöne Wetter ausgenutzt. Nach einer Weile kamen wir zur Wettinbrücke, die wir überquerten um zum kleinen Aussichtspunkt "Ludens Ruh" zu gelangen. Vorher gab es aber noch einen kleinen Abstecher zur "Melzerquelle".

Und  - Oha! - was für ein Weg, und wir sollten da hoch. Das Laub war trocken, also nur bedingt rutschig, der Weg aber an sich ziemlich steil. Auf der Hälfte gab es eine kleine Schleife mit einer Bank, wir haben uns allerdings unsere Sportlichkeit selbst bewiesen und sind in einem Ritt hoch. Und es hab sich gelohnt, das Tal lang wunderschön in unseren Rücken, der Weg oben am Kamm entlang war sonnendurchflutet. Nach kurzer Zeit erreichten wir dann auch den Aussichtspunkt, eine Bankgruppe war um einen Holzstamm mit der Aufschrift "Ludens Ruh" gruppiert. Wenige Meter weiter lag die kleine Schutzhütte, von der man zwar nicht den Fernblick hat, jedoch ist der Blick auf das Tal herab und die Prießnitz nicht zu verachten.

In der Schutzhütte selber, lag ein kleines Buch, in der wir uns natürlich verewigt haben. Ihr könnt es gerne vollständig nachlesen, Ihr wisst ja nun, wo sich das Buch befindet. Und den Treppenaufgang haben wir auch locker-flockig geschafft - also viel Spaß. Nein - im Ernst, sieht schlimmer aus, als es ist.

So rein theoretisch sollte nun von Ludens Ruh aus der Weg "G" wieder auf den größeren "Z"-Weg führen. Ja, rein theoretisch halt, wir waren das zweite Mal an diesem Tag zu dämlich (ja, anders kann ich es nicht nennen) und haben den Weg nicht gefunden. Also - großes Elend, wir sind peinlich berührt zurück geschlichen (und der Treppenstieg hinab ist wirklich heftig, ich möchte gar nicht dran denken, wie das mit nassem Laub gehen soll), über die Prießnitz auf den sicheren Weg mit dem roten Punkt. An der Wettinsäule vorbei ging es unplanmäßig bis zur Kannenhenkelbrücke, nach dieser läuft der Weg mit dem grünen Punkt entlang, dem wir gefolgt sind.
Irgendwann kamen wir ja auf den planmäßigen Weg, von dem aus (wenn wir anderes herum, wie im Wanderführer geschildert) der Weg zu Ludens Ruh abging - ehrlich gesagt, wir waren zu faul, das Rätsel zu lösen, wo der Weg oben rauskommt, Weg "G" haben wir also gespart. Wir schämen uns auch, ehrlich...

Weiter spaziert gelangt man so zum "Königsplatz", welches real eine größere Wegkreuzung ist. Auch dort befindet sich eine Schutzhütte für Wanderer, ebenso ein ziemlich großes Insektenhotel mit nebenstehenden Erklärungen über die einheimischen Bewohner. Beides ist sehr liebevoll gestaltet.

E ging dann auf den "Z"-Weg und den "O"-Weg (ein Punkt noch in der Mitte des O´s), die uns auf den "SB"-Weg und damit zum Prießnitzwasserfall führen sollten. Führen sollten? Ja, genau führen sollten. Real sind wir nämlich wie ausgeschildert dem "SB"-Weg gefolgt - nur rausgekommen sind wir völlig falsch. Wer bietet nochmal Kurse in "Wie lese ich eine Wanderkarte..." an?
Höchstwahrscheinlich haben wir den O- oder Todesweg genommen. Die gute Nachricht ist: wir haben überlebt, und zwar alle. Eine weitere Nachricht ist: es war der schönste Weg der Tour. Kein breiter, straßenähnlicher Weg sondern ein (ca 1m breiter) Trampelfad, mitten in der Natur, dort konnten wir dann auch Eichhörnchen sehen. Liebe Forstarbeiter - lasst den Weg so wie er ist, nichts abholzen da, er war einfach nur perfekt.

Gelandet sind wir schließlich auf dem Wanderweg mit dem gelben Punkt, an der Todbrücke. Nach uraltem Brauch wurde in der Radeberger Gegend der "Tod dort ausgetrieben", sprich der Winter verjagt. Hand auf`s Herz, wir haben alles versucht, aber Garantien gebe ich, besonders im Herbst, keine - ich fürchte der Winter wird kommen. Aber wir sind definitiv nicht schuld!

Ein paar Meter weiter kamen wir wieder zu der großen Holzkrokodilbank, von der wir am Anfang zum Hochseilgarten gegangen waren. Ratlose Blicke - den Prießnitzwasserfall haben wir ja noch nicht gesehen. Kurz entschlossen, wieder Richtung Hochseilgarten, daran vorbei zum Wasserfall. Unterwegs kamen uns Reiter entgegen, welche uns nochmal den richtigen Weg wiesen. Und dann standen wir vor dem Weg, der uns in den Wald und damit zum Prießnitzwasserfall führen sollte. Jup - Peinlichkeit Nr. 3 - wir sind wieder umgedreht. Es wurde schlicht und ergreifend dunkel, es war nach 17 Uhr. Völlig gedemütigt schlichen wir den Weg zurück, selbst die Bäume lachten uns aus:

Am Holzkroko wieder vorbei (es war schon fast vertraut wie ein Haustier, Namen haben wir aber noch keinen gegeben), ging es noch die Anhöhe aus dem Prießnitztal zum Klotscher Bahnhof hinauf, zum prinzessialen Gefährt. Summa summarum sind wir exakt 10 km gelaufen, bei schönsten Herbstwetter.

Ich würde die Tour weiterempfehlen, es stellt sich ja nicht jeder so an wie wir :(  Der Herbsttag wurde optimal ausgenutzt - und Ihr könnt Euch sicher sein, den Wasserfall hole ich definitiv nach.
Sehr anspruchsvoll habe ich die Runde nicht empfunden, auch kleinere Kinder, selbst Kinderwagen wären nur beim Anstieg zur Ludens Ruh problematisch. Allerdings gibt es da ja einen wesentlich flacheren Weg. Also schwingt die Hufe ...

Und lieber Herr Bellmann, Verfasser des Wanderführers, das nächste Mal geben wir uns mehr Mühe, versprochen...

 

Liebe Grüße,
Eure Prinzessin

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Nachtrag vom 23.11.2014:

Natürlich hat mir das keine Ruhe gelassen, der Wasserfall war ein MUSS. Hier zitiere ich mal aus dem Wanderführer: "... erreichen wir dann schon bald eine Talverengung, in der wir den bekannten Prießnitzwasserfall finden. Dieser ist zwar der höchste seiner Art in der Dresdner Heide, doch sollte man nicht allzu enttäuscht sein, wenn man vor der nicht mal zwei Meter hohe Kaskade steht."
Mit Verlaub, Herr Bellmann, aber was soll denn das? Die Leute, die durch die Natur stampfen, ohne auf die Schönheit zu achten und den Asphalt vermissen, die sind sicher enttäuscht - aber eben nur die. Der Wasserfall ist wunderschön, Naturliebhaben werden hier nicht mal den Ansatz von Enttäuschung verspüren sondern wie ich am 23.11.2014 gg 12 Uhr ganz entzückt sein:

Gleich daneben befindet sich eine weitere kleine Quelle, die "Pusch-Quelle" - mit der kleinen Wanderhütte zusammen, einfach wunderschön.

Wir haben versucht, die Rute nunmehr "richtig" zu laufen - einfach unmöglich. Die Beschilderung zumindest an dieser Stelle der Dresdner Heide ist, gelinde gesagt, bescheiden. Selbst eine Wanderkarte nützt nicht viel, da einfach keine Wanderwegmarkierungen zu finden sind. Im Endeffekt sind wir nach Gefühl gelaufen und haben gehofft an einem größeren Weg rauszukommen - und das hat glücklicherweise funktiert.
Also, summa summarum: Es lohnt sich wegen der tollen Natur, allerdings sollte man einen guten Orientierungssinn und immer eine umfangreichere Wanderkarte dabei haben. Auf auf, der Winterspeck kommt noch früh genug.

 

 

Wanderführer: http://www.amazon.de/Wanderf%C3%BChrer-Dresdner-Heide-Heimatkundlicher-Touristenf%C3%BChrer/dp/3937537600/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1415535698&sr=8-2&keywords=der+wanderf%C3%BChrer+dresdner+heide - Wanderroute 3
Hochseilgarten: http://www.kletterwald-dresdner-heide.de/

 

 

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